MEIN KOFFER – Ein Traum ?

Vor zwei Wochen hatte ich einen Traum:

Ich bin schon sehr lange unterwegs und habe einen riesigen Felsen erklommen.

Als ich oben stehe, erblicke ich eine wunderschöne Landschaft,

das so geliebte Meer,

eine prächtige Vegetation….

So gerne möchte ich dieses Paradies erreichen!

Aber ich trage einen Koffer in meiner Hand.

Wenn ich weitergehen möchte, müßte ich ein Stück hinunterklettern

und das wäre nur mit beiden Händen möglich.

Ich schaffe es nicht, den Koffer zurückzulassen,

kehre um und gehe den Weg wieder zurück.

Zwei Kinder, ein Bub und ein Mädchen begegnen mir und

erleichtern mir mit ihrer kindlichen Freude den Rückweg.

Dann erwache ich….

Am darauffolgenden Wochenende besuchte ich ein Frauenseminar. Es begann am Freitag mit einer kraftvollen Feuermeditation. Anschließend erfuhren wir mehr über den Ablauf dieses Seminars.

Es gab viele interessante Kursangebote dort: Ölmalerei, Porzellanbemalen, Stoffdruck, Sticken, Bollywood-Tanzkurs, Qi-Gong, Indischer- und Persischer Kochkurs, und das Angebot Kulturaustausch.

Ein toller Punkt war auch, daß sich jede Teilnehmerin für die Hilfe bei einer Mahlzeit auf einer Liste eintrug, und so die restliche Zeit mit gutem Gewissen genießen konnte.

Da ich nichts Manuelles machen wollte, meldete ich mich für den Kulturaustausch an. Ich war gespannt, welche Herausforderung das bedeutete.

Ein reger Kulturaustausch fand auf jeden Fall statt. Die Heimatländer unserer Seminarteilnehmerinnen waren : Dänemark, Deutschland, England, Indien, Iran, Österreich, Rumänien, Russland, Syrien, USA…..

Beim Frühstück am Samstag erzählte ich meiner Kursleiterin diesen Traum. Sie meinte gleich, daß wir daraus viel machen könnten.

Wir begannen mit zwei Teilnehmerinnen, die Anzahl wuchs kontinuierlich weiter. Zuerst versuchten wir einmal laut zu schreien, wütend zu sein, wie ein kleines Mädchen, etwas, das ich nie ausgelebt hatte. Dann wurde ein KOFFER bereitgestellt.

FLICKR-FOTO von pixiegenne.

Unter der einfühlsamen Anleitung unserer Kursleiterin, beschäftigte sich Jede von uns auf ihre individuelle Weise mit IHREM KOFFER:

Zuerst gingen wir ein Stück, mit dem Koffer in der Hand und versuchten zu spüren.

Der Inhalt meines Koffers wurde mir unter Tränen schmerzlich bewußt. Zuerst wünschte ich mir nur, daß ich mich davon befreien kann. Aber schleßlich gelang es mir diese Belastungen, diese Überverantwortlichkeit, diese Enttäuschungen, den Frust, der sich die letzten Jahrzehnte angesammelt hatte, SOFORT LOSZULASSEN.

Eine Teilnehmerin, die ausgebildete Schauspielerin ist, führte einen Wut-Tanz auf, der uns Allen tolle Vibrationen bescherte. Wir waren nicht nur Zuseher, wir halfen mit unserer Aufmerksamkeit kräftig mit. Andere Kofferinhalte waren:

  • das Brav-sein-müssen als Kind wegen eines kranken Elternteils,
  • das männliche Machtgefüge im Berufsleben,
  • die politische Vergangenheit Österreichs und ihre Folgen,
  • die Ängste bedingt durch die Unsicherheit der Nachkriegszeit…

Am Sonntag Vormittag gab es noch die Möglichkeit, einen Gospelsong zu lernen. Die Chorleiterin reiste von England an und ich hatte so sehr das Bedürfnis, ihre Gitarre in den ersten Stock zu tragen. Das gemeinsame Singen tat gut. Jeder dichtete eine Zeile, trat vor und sang sie als Solo. Es war großartig für mich!

Wie befreit wir waren, zeigte sich nach dem Mittagessen am Sonntag. Es wurden mit Helium gefüllte Luftballons vorbereitet. An jedem dieser Ballons hing ein leerer Zettel.

FLICKR-FOTO von Paco CT.

Wir schrieben Homepageadresse von Sahaja Yoga darauf:

http://www.sahajayoga.at

und unsere Wünsche für die Welt. Meine Wünsche waren:

MÖGEN ALLE KINDER DIESER ERDE EINE GLÜCKLICHE KINDHEIT ERLEBEN !

*************************

ICH WÜNSCHE MIR FRIEDEN FÜR DIE GANZE WELT !

*************************

MÖGEN ALLE REGIERUNGEN DER ERDE ERKENNEN,

DAß DIE GESUNDHEIT UNSERER MUTTER ERDE

FÜR ALLE MENSCHEN GLÜCK UND WOHLERGEHEN BEDEUTET.

UND MÖGEN SIE DIE RICHTIGEN ENTSCHEIDUNGEN TREFFEN!

Wir Frauen sahen so unbeschwert und froh wir Kinder aus, als wir uns für das Gemeinschaftsfoto zusammenstellten. Mit einem gemeinsam gesungenen Mantra entließen wir unsere Luftballons in den blauen Sommerhimmel.

Später, bei einem interessanten Gespräch, kam die richtige „Entsorgung“ des Koffers zur Sprache. Einige meinten, ich hätte ihn in den Abgrund hinunterwerfen sollen. Da wurde mir die Wichtigkeit der eigenen Meisterschaft bewußt!

Nie hätte ich diese schöne, glückverheißende Landschaft mit meinem alten Koffer beschmutzen wollen!

Also schrieb ich am Montag bei der Morgenmeditation alle Inhalte und den Koffer selbst, auf kleine Zettel und verbrannte alles. Ich hatte nachher das Gefühl, daß für mich ein neuer Lebensabschnitt beginnt – eine neue Aera.

Vorige Woche kaufte ich mir eine schöne, weiße, wunderbar leichte, eher kleine Handtasche von MANDARINA DUCK – ICH MÖCHTE NIE WIEDER GROSSE SCHWERE KOFFER TRAGEN!!!

Ein Erfahrungsbericht von Draupadi.

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