DIWALI – DAS LICHTERFEST

FLICKR-FOTO von Darshy

Laut BROCKHAUS: (im Sanskrit: Dipavali – Lichterreihe)

Das Fest der Lichter, eines der wichtigsten Feste im Kalender der Hindus. Es wird in ganz INDIEN vom 27. Tag des 7.Mondmonats (Ashvina) bis zum 2. Tag des 8. Mondmonats (Karttika)) nach westlichem Kalender im Okt./Nov. fünf Tage lang zu Ehren der Glücksgöttin LAKSHMI gefeiert. Man erbittet von ihr Reichtum und Wohlstand. Am 4. Tag erreicht dieses Fest mit dem Entzünden vieler Reihen von Öllämpchen seinen Höhepunkt. Es gilt in erster Linie dämonen- und mißgeschickvertreibend.

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Am 1. Tag, Sonntag, den 26.10.08 – DHANTRAYO DASHI – wird die Geburt von Shri Laxhmi aus dem Ozean gefeiert. Das äußere Zeichen ist ein Geschenk an die HAUSFRAU!

Am 2. Tag, Montag, den 27.10.08 – NARAK CHATURDASHI – wird die Zerstörung von dem Rakshasa (einer starken negativen Kraft) Narakasura gefeiert. Die Hölle ist offen. Es ist gut spät aufzustehen und früh schlafen zu gehen.

Am 3. Tag, Dienstag, den 28.10.08 – DEEPAVALI – der Tag vor dem Neumond – wird die Rückkehr des Königs RAMA aus dem Exil gefeiert. Die Lichter brennen die ganze Nacht, weil es die dunkelste Nacht des Jahres ist.

Am 4. Tag, Mittwoch, den 29.10.08 ist NEUJAHR – Neumond. Das Neue Jahr beginnt.

Am 5. Tag, Donnerstag, den 30.10.08 – BAHU BIJ – wird die Geburt des Mondes aus dem Ozean gefeiert.

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Voriges Jahr hatte ich das Glück, das Diwalifest in Indien zu erleben.

Aus meinem Tagebuch:

Meine 4. Indienreise vom 07.11. bis 15.11.2007 brachte mich zum Divalifest nach Delhi. Annemarie und Brigitte waren gute Reisegefährten. Am ersten Tag mieteten wir, wie in Indien üblich, für 8 Stunden ein Taxi und begannen mit einer Stadtrundfahrt. Wir fuhren über eine Ringstraße ähnlich wie in Wien nur viel größer. Wir sahen das RED FORT, gingen durch den TRIUMPHBOGEN, besuchten das Grabmahl von MAHATMA GANDHI…

Wir kauften Banjabis und Saris ein. Abends bewunderten wir die bunten, beweglichen Lichter überall. Ein Höhepunkt des Tages war die Begegnung mit einem Elefanten. Für mich war es einer der berührendsten Momente dieser Reise. So oft hatte ich diese Tiere nur im Tiergarten gesehen und jetzt durfte ich einen Elefanten streicheln!

FLICKR-FOTO von Thailand.

Am zweiten Tag wollten wir ein bestimmtes Geschäft aufsuchen, wo es besondere Öle gab. Leider war es geschlossen und so empfahl uns unser Taxichauffeur ein anderes Geschäft. Um es zu erreichen, mußten wir eine Riksha benutzen. Es war wieder eine neue Erfahrung mehr. Brigitte fuhr vor uns und Annemarie und ich saßen in der zweiten Riksha. Der Fahrer trat fest in die Pedale und ich dachte:“Hätte ich doch nicht so viel essen sollen!“ Es war lustig, an den diversen Marktständen vorbeigeführt zu werden.

Schließlich betraten wir ein kleines dunkles Geschäft. Der ältere Besitzer zeigte uns einige Öle. Ich dachte, hier sind wir ganz verkehrt. Aber in Indien bekommt man oft das was man braucht und nicht das was man möchte!

Der Sohn des Besitzers kam und bat uns „Nur einen Blick“ auf die Silbersachen im Obergeschoß zu werfen. Es wäre der ideale Tag Silber einzukaufen. Er schaltete die Lichter ein und plötzlich änderte sich die Atmosphäre. Brigitte verließ das Geschäft und kam mit drei Blumengirlanden, aus kleinen orangen Blumen aufgefädelt wieder. Als sie mir die Girlande umlegte, war da so ein besonderes Gefühl der Freude. Jede von uns fand etwas Schönes. Ich kaufte mir ein Armband, bestehend aus 11 silbernen Elefanten. Wir machten Fotos und die Verkäufer erklärten uns, was es für sie bedeutet, daß der erste Einkauf im NEUEN JAHR von Ausländern getätigt wurde:

GLÜCK FÜR DAS GANZE KOMMENDE JAHR!

Was mir sehr gut gefallen hat ist, daß die Hausfrau mit einem Geschenk für die Küche überrascht wird. Überhaupt wird die Tätigkeit der Hausfrau und Mutter respektiert und hoch geschätzt. Das drückt auch gut ein Phänomen aus, das es nur in Mumbai (Bombay) gibt.

Auszüge aus dem Freizeit-KURIER vom 06.09.08:

DIE DABBAWALLAHS:

FLICKR-FOTO von Nicocu.

Das sind 200.000 Essenskuriere die zu Fuß, per Fahrrad und Eisenbahn das frisch gekochte Essen der Hausfrauen deren Männern in die Büros zustellen.

WAS FÜR EIN DUFT!

EIN EINZIGES OLIFAKTORISCHES RÄTSEL

SO GENUSSVOLL UND KÖSTLICH,

DASS MAN DEN GANZEN TAG IN MANJIRIS KÜCHE VERBRINGEN MÖCHTE.

ES IST NOCH FRÜH AM MORGEN, ALS DIE FRAU IM GOLDENEN SARI

IHREM MANN DAS MITTAGESSEN KOCHT.

NIEMALS WÜRDE IHR MANN ETWAS ANDERES VERZEHREN ALS IHRE MASALAS GERICHTE!

ESSEN MUSS MIT HINGABE ZUBEREITET WERDEN,

DENN NUR DANN ENTHÄLT ES LIEBE !

NUR ESSEN DAS LIEBE ENTHÄLT, IST GESUND UND SPENDET KRAFT.

FLICKR-FOTO von Jetohs.

Manjiri schüttet Currys, Linsenpürees und Chutneys in fünf Metallschalen, stapelt sie aufeinander und verschließt die Büchse mit einer Klammer. In diesem Moment klopft es an der Tür.

Um Punkt 9 Uhr, wie jeden Wochentag seit 39 Jahren steht der Essenskurier Chaudari bereit. Er fährt mit dem Fahrrad, an dem schon 12 Büchsen wie Trauben hängen zum Bahnhof. Dort werden diese sortiert und in die richtigen Züge verladen. Das passiert gleichzeitig in vielen Bahnhöfen. Chaudari ist einer von 5ooo Dabbawallahs in Mumbai.

5 Euro im Monat kostet dieses Essensservice. Seit 120 Jahren liefern die Dabbawallahs. Jeder von ihnen verdient circa 100 Euro pro Monat. Das ist das Dreifache des Einkommens eines Straßenarbeiters.

1998 zeichnete das Forbes Global Magazine seine Dabbawallahs mit einem Six Sigma Rating aus, das nur Unternehmen erhalten, die ihr Leistungsversprechen zu 99,99999 Prozent einlösen. Nur einmal in 16 Millionen Fällen geht eine Dose verloren. Und das, obwohl neun von zehn Dabbawallahs Analphabeten sind. Ein Code von Ziffern, Farben und Buchstaben kennzeichnet die Dosen.

Eines ist sicher, dieses Phäomen könnte ohne Indiens billige Arbeitskräfte nicht existieren. Jeder Mittelschicht-Haushalt leistet sich „ein Heer von Bediensteten“: den Milchmann, die Zeitungsfrau, das Kindermädchen, den Auitowäscher, die Putzfrau kommt sogar zweimal am Tag!

Pawan G. Agrawal, der Inhaber einer Wirtschaftsschule meint:“ Das Wichtigste ist aber etwas anderes. Die Dabbawallahs zeigen, dass auch Analphabeten Würde haben können, in einer Welt, die den Profit über alles stellt, rücken sie den Menschen ins Zentrum. Das ist es, was man von ihnen lernen kann.

FLICKR-FOTO von JimReeves.

Herr Agrawal blickt auf seine Armbanduhr. In acht Minuten wird das Essen seiner Frau eintreffen. Was sie heute für ihn gekocht hat, weiß er nicht. Aber es wird duften, das ist sicher. So sicher wie die Pünktlichkeit der Dabbawallahs.

Draupadi.

 

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