Eine besondere Mutter

MARIA THERESIA  wurde am 13. Mai 1717 in Wien als Tochter Kaiser Karls VI. und seiner Frau Elisabeth Christine geboren.

Ein Jahr später kam ihre Schwester Maria Anna zur Welt. Die Eltern hofften noch lange auf einen Stammhalter und so wuchsen die Mädchen zwanglos auf. Sie bekamen auch Musik und Schauspielunterricht.

1735 lobte der Autor Metastasio die Beiden, als sie sein Stück „Le Grazie vendicate“ einstudierten.

„Wen Maria Theresia einmal ins Herz geschlossen hatte, den hielt sie darin für immer fest!“

 Zum Beispiel ihre Erzieherin Gräfin Charlotte Fuchs, die sie burschikos „FÜCHSIN“ oder liebevoll „MAMI“ nannte. 

Um 1735 verliebte sich Maria Theresia in Franz Stephan von Lothringen, der auch in Wien lebte. Ihr Vater schätzte ihn und sah in ihm den Sohn, der ihm versagt geblieben war.

Die Hochzeit wurde am 12.02.1736 gefeiert. Im Honigmond wallfahrte das Paar nach Maria Zell, brachte der Muttergottes zwei goldene, von Lorbeer umschlungene Herzen dar und erflehte den Segen für eine kinderreiche Ehe.

DIE KINDER VON MARIA THERESIA:

  1. MARIA ELISABETH      1737 -1740
  2. MARIA ANNA                     1738 – 1789
  3. MARIA CAROLINA         1740 – 1741
  4. JOSEPH                                   1741  – 1790
  5. MARIE CHRISTINE        1742 – 1798
  6. MARIA ELISABETH       1743 – 1808
  7. KARL JOSEPH                      1745 – 1761
  8. MARIA AMALIA                1746 – 1804
  9. LEOPOLD                                1747 – 1792
  10. KAROLINA                                            1748
  11. JOHANNA GABRIELA    1750 – 1762
  12. MARIA JOSEPHA               1751  – 1767
  13. MARIA CAROLINA           1752 – 1814
  14. FERDINAND                          1754 – 1806
  15. MARIA ANTONIA              1755 – 1793
  16. MAXIMILIAN                       1756 – 1801

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Die junge Mutter Maria Theresia erklärte (bezüglich Ihres Kindersegens):“ Man kann nicht genug davon haben, in diesem Punkt bin ich unersättlich!“

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Das Kinderkriegen kam Maria Theresia nicht schwer an. Die Geburt eines Kindes war für sie ein völlig natürlicher Vorgang, dem sie sich zwischen 1737 und 1756, als sie beinahe vierzigjährig ihr letztes Kind zur Welt brachte, fast jedes Jahr unterzog.

Am 20.10.1740 starb Kaiser Karl VI. Der letzte Habsburger hinterließ seiner Tochter Maria Theresia ein Haus, das mit Hypotheken belastet war und auf das Verwandte und Nachbarn Ansprüche erhoben. Maria Theresia war im 5. Monat schwanger. In ihrem barocken Deutsch definierte sie das Erbe:

„Sie habe im 22. Jahr meines Alters ohne mindester oder doch mit sehr geringen Kantus meiner Länder, meiner Armee, ja sogar meines Ministerii die Regierung übernehmen müssen, weil es meinem Herrn Vattern niemals gefällig ware, mich zur Erledigung weder der auswärtigen noch der inneren Geschäfte beizuziehen.“

„Niemand glaube werde widersprechen, daß nicht leichtlich ein Beispiel in denen Geschichten zu finden, daß ein gekröntes Haupt in schwerer- und mißlicheren Umständen seine Regierung als ich angetreten habe.“

Zuerst Gott, dann ihr Reich, danach ihre Familie und zuletzt sie selbst – in dieser Reihenfolge ihrer Weltordnung suchte sie ihre Lebensaufgabe zu erfüllen.

Ihr Schwager KARL v.Lothringen, der lieber negative als positive Urteile abgab, beschrieb Maria Theresia so:

  • Sie spreche in der Öffentlichkeit wie ein ausgebildeter Redner,
  •  besitze ein großes Urteilsvermögen,
  • sie sei voller Lebhaftigkeit,
  • beschäftigt sich und arbeitet den ganzen Tag,
  • vom besten Willen der Welt beseelt –
  • eine vollkommene Füstin!“ 

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Am 13.03.1741 wurde der Thronfolger JOSEPH II geboren. Dieses Ereignis wurde als großes Freudenfest begangen. Abertausende Lichter machten in Wien die Nacht zum Tag.

Am 13. Mai 1742, an Maria Theresias 25. Geburtstag, kam der erklärte Liebling, das Herzbinkerl, MARIE CHRISTINE auch „Madame Mimi“genannt, zur Welt.

Am Abend vor der Geburt ihres 6. Kindes, einer Tochter, die den Namen MARIA ELISABETH tragen sollte, wagte Maria Theresia noch ein Tänzchen, spielte anschließend noch bis 23 Uhr Karten und ging dann ganz ruhig zu Bett. Am 13.August 1743 um 15 Uhr wurde dann die kleine Prinzessin geboren.

Um diese Zeit schwärmte der preußische Gesandte von der Kaiserin:

„Sie hat ein rundes volles Gesicht und eine freie Stirn. Die gut gezeichneten Augenbrauen sind, wie auch die Haare blond, ohne ins Rötliche zu schimmern.

Die Augen sind groß, lebhaft und zugleich voller Sanftmut, wozu ihre Farbe, die von einem hellen Blau ist, beiträgt… Man kann nicht leugnen, daß sie eine schöne Person ist.“

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Trotz ihrer vielfältigen Aufgaben war das Wohlergehen und die Erziehung ihrer Kinder für MARIA THERESIA sehr wichtig:

Die Gräfin Lerchenfeld übernahm 1756 die Erziehung der kleinen Erzherzoginnen JOHANNA GABRIELA (1750-1762) und MARIA JOSEPHA (1751-1767). Sie bekam genaue Instruktionen von MARIA THERESIA. Zum Beispiel über die Essensgewohnheiten:

  • „Ich verlange, daß sie von Allem essen sollen.
  •  Keine Aussuchung von einem besseren Bissen oder Speise machen,
  • keinen Diskurs vom Essen selbe halten lassen,
  • Fische essen alle Freitage, Samstage und alle anderen Fasttage…

Regelmäßige Pflichten:

  • Die Religion nahm den 1. Platz ein : Gebet, Messbesuch…
  • Schreib- und Leseunterricht,
  • Sprachstudien,
  • Geographie-, Geschichts- und Musikstunden,
  • Tanz…

Maria Theresia charakterisierte ihre Kinder ganz genau. Zum Beispiel schrieb sie in einem Bericht über ihren Sohn Leopold (1747-1792), der mitten in der Pubertät steckte:

Er ist träge und faul, stets übelgelaunt und unaufrichtig. Er versucht seine Ziele durch List und krumme Wege zu erreichen, er vernachlässigt sein Äußeres, beiße Nägel… „

Sie wußte aber auch Gutes zu berichten:“ Er habe von Natur aus ein gutes, großzügiges und mitleidiges Herz, sei wissenshungrig und bemühe sich höflich zu sein, was ihm aber sehr häufig nicht gelinge.“

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Am 9.08.1767 schrieb Maria Theresia an ihre Tochter MARIA CAROLINA (1752-1814):

„Zu meiner größten Verwunderung habe ich sowohl von Gräfin Brandis (der zuständigen Erzieherin), als auch von anderen Frauen erfahren müssen, daß Du Deine Gebete sehr lässig verrichtest, ohne Ehrfurcht und Aufmerksamkeit und ohne einer Spur von wahrer Inbrunst. Wundere Dich nicht, wenn bei solchem Tagesanfang alles schlecht verläuft….

…Nicht weniger launisch bist Du bei der Kleidung, hier dulde ich keine Vergeßlichkeit noch sonst die geringste Ausrede. Frauen müssen liebenswürdig sein, sonst werden sie nicht geachtet und noch weniger geliebt…“

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Am 9. 01.1760 wurden die Brüder  Albert und Clemens von Sachsen vom Kaiserpaar bei einer Audienz empfangen. In seinen Memoiren beschrieb Albert  dieses Ereignis:

„Wir begaben uns zu Hof und wurden zuallererst dem Kaiser Franz I. vorgestellt, der uns mit der ihn kennzeichnenden Güte empfing und uns in seiner freien und offenen Art und Weise behandelte, die ihn zum liebenswürdigsten Mann am Hofe machte.

Man führte uns zur Kaiserin. Ihr Empfang war von jener herzlichen Freundlichkeit, mit der sie alle gefangennahm, die ihr jemals begegnen durften; wir gingen ganz begeistert von der Audienz weg. Das Gespräch mit der großen Herrscherin hatte uns die Größe ihrer Gesinnung, die Zartheit ihrer Empfindungen gleichwie ihre Festigkeit und ihren Mut erkennen lassen, Tugenden, die man zu Recht in ganz Europa an ihr schätzte.“

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Am 18.9.1765 starb der Gemahl Maria Theresias – KAISER FRANZ STEPHAN an einem Schlagsnfall. Er hatte für seine Tochter, Marie Christine den Sohn seiner Schwester, Herzog Benedikt Moritz von Chablais als Ehemann ausgesucht.

Maria Theresia aber, unterstützte bis dahin im Stillen die Wahl ihrer Tochter: Prinz Albert von Sachsen. Nach dem Tod des Vaters wurde mit den Hochzeitsvorbereitungen begonnen. Nur Marie Christine durfte ihren Ehemann selbst aussuchen. Alle anderen Töchter mußten sich der Staatsräson fügen.

Am 8.4.1766 wurde die Hochzeit im Prinz Eugen-Schloß  Schloßhof im Marchfeld gefeiert.

„Mimi“ trug ein Kleid aus weißem, silberbesticktem Musseline, das mit Edelsteinen reich bestickt war. Der Bräutigam war in Uniform. MARIA THERESIA wohnte der Zeremonie vom Empore aus teil. Die Hochzeitsgesellschaft war in tiefstes Schwarz gehüllt, da noch immer Hoftrauer herrschte. An die Trauung schloß sich ein festliches Souper, an dem Maria Theresia nicht teilnahm an. Sie speiste in ihrem Zimmer allein. Um die gedrückte Stimmung etwas zu heben, gestattete die Monarchin einige Veranstaltungen: eine Bauernhochzeit mit Tanz, ein Karussell …

Die Ehe war glücklich, nur Kindersegen blieb dem Paar verwehrt. Die einzige Tochter starb knapp nach der Geburt. Albert wurde als Herzog von Sachsen-Teschen und Statthalter von Ungarn, Kunstsammler und Mäzen. Seine Kunstschätze, besonders die Kupferstiche und Zeichnungen wurden zum Grundstock der, nach ihm benannten ALBERTINA.

Am 23.6.1798 schrieb die schwer kranke Marie Christine ihrem Mann unter anderem in ihrem berührenden  Abschiedsbrief:

„Du warst mein Vorbild,

  meine Triebfeder zum Guten,

mein Leitstern,

das einzige Wesen für das ich lebte, dem ich zugehörte

und dessen ich würdig sein wollte….

Wie kann ich Dir meine Dankbarkeit schildern für all das Glück, welches Du mich in so vielen Jahren genießen ließest….“

Herzogin Marie Christine starb am nächsten Tag. Ihr tieftrauriger Ehemann schrieb in seinen Memoiren über dieses Ereignis:

„So verlor ich nach 33 Jahren der glücklichsten Ehe die vollkommenste Frau, die je gelebt hat,

mein Teuerstes auf erden und den geliebten Gegenstand meines ganzen Glückes.

In allen Lebensverhältnissen hat sie sich als würdige Tochter Maria Theresias gezeigt.

Sie war ihr liebstes Kind und hat all die edlen Eigenschaften ihres Geistes und Herzens geerbt, besonders den festen Mut und die Charakterstärke.“

Herzog Albert starb am 10.2.1822 mit 83 Jahren.

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Maria Theresia hatte auch einen Lieblingssohn, Karl Joseph (geb.am 1.02.1745), ihr 7. Kind. Es war ihr 2. Sohn, der auch für das Regieren erzogen wurde. Eine spanische Prinzessin, Maria Ludovica, war als seine Braut  vorgesehen. Am 18.01.1761  starb Karl Joseph an den Pocken. Die Trauer am Wiener Kaiserhof war groß.

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MARIA THERESIA WAR AUCH EINE STOLZE GROSSMUTTER:

Als sie 1768 die Nachricht erhielt, daß ihr Sohn Leopold (1747-1790)und seine Frau Maria Ludovica(1745-1792) das 2. Mal Eltern geworden waren, lief sie von ihren Gemächern schnurstracks in ihre Loge im Hoftheater. Von dort rief sie in urwüchsigem Wienerisch in das Publikum hinunter:

„DER POLDL HAT AN BUAM!“

Leopold regierte von 13.09.1765 bis 25.02.1790 in der Toskana. Seine Frau schenkte ihm 16 Kinder. 12 Knaben und 4 Mädchen. Er war ein Aufklärer, Reformer und Friedensfürst. Einige seiner Divisen lauten:

Jeder Krieg, der nicht die eigene Verteidigung bezweckt, ist unnötig und ein Unglück für das Land.“

„Man muß in den Kindern Humanität, Mitleid und das Gefühl zugunsten der Armen wecken. Die Prinzen müssen von der Gleichheit der Menschen überzeugt sein. Sie müssen immer vor Augen haben, daß es ihre 1. Pflicht ist, ihre Völker glücklich zu machen!“

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Ferdinand Karl (1754-1761), der 4. Sohn Maria Theresias heiratete Maria Beatrix von Este am 15.10 1771 im Mailäder Dom.

 Im Zuge der Feierlichkeiten wurde ein Festspiel des 16jährigen WOLFGANG AMADEUS MOZART aufgeführt. „Ascanio in Alba“ war ein großer Erfolg. Leopold Mozart berichtete seiner Frau:“Der Erzherzog und seine Gemahlin hätten nicht nur durch Händeklatschen zwei Arien wiederholen lassen, sondern sogar „BRAVISSIMO MAESTRO“ gerufen.

Ferdinand und Maria Beatrix lebten und regierten in Mailand. Sie führten eine harmonische Ehe, in der 9 Kinder geboren wurden (4 Mädchen und 5 Buben).

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Anfang 1780 stand es um Maria Theresias Gesundheit nicht zum Besten. Neben Atembeschwerden litt sie auch unter Bluthochdruck und Rheumatismus. Das Gehen und Stiegensteigen wurde immer schwieriger für die Herrscherin. Trotzdem traf sie weiter Anordnungen, las Berichte und schrieb in den schlaflosen Nächten Briefe an ihre Kinder. Ihre geistigen Fähigkeiten und ihr Scharfblick blieben ungetrübt.

Ende Juli 1778 schrieb sie an ihre Schwiegertochter Maria Beatrice (1750-1829), der Gemahlin ihres 4. Sohnes Ferdinand Karl(1754-1806):

Meine Gesundheit hält stand, ich magere nicht einmal ab, aber ich esse fast kein Fleisch und keine Suppe mehr, nur Obst und Gemüse und schlafe zu allen Tages und Nachtzeiten. Wenn ich mich abgespannt fühle, mache ich es wie die Hunde, die jederzeit schlafen können“.

Maria Theresia spielte vor ihren Familienangehörigen ihr schlechtes Befinden herunter.  Am 8.11.1780 fand in Schönbrunn eine Fasanenjagd statt. Maria Theresia wurde im offenen Wagen von einem Regenschauer überrascht. Sie zog sich eine heftige Verkühlung zu, von der sie sich nicht mehr erholen sollte. Sie Ihr Sohn Joseph II(1741-1790), ihr Mitregent, wußte natürlich, wie es um sie stand. Er wachte Tag und Nacht am Bett der todkranken Mutter.

Am 29.11.1780, gegen 21 Uhr starb Maria Theresia in der Wiener Hofburg. 

In Potsdam verneigte sich Friedrich der Große vor der toten Gegnerin:„SIE HAT IHREM THRON UND IHREM GESCHLECHT EHRE GEMACHT!“

Der deutsche Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock dichtete:„SCHLAF SANFT, DU GRÖßTE DEINES STAMMES, WEIL DU DIE MENSCHLICHSTE WARST!“

Matthias Claudius rühmte sie:„SIE MACHTE FRIEDEN! DAS IST MEIN GEDICHT . WAR IHRES VOLKES LUST UND IHRES VOLKES SEGEN UND GING GETROST UND VOLLER ZUVERSICHT DEM TOD ALS IHREM FREUND ENTGEGEN. EIN WELT-EROBERER KANN DAS NICHT. SIE MACHTE FRIEDEN! DAS IST MEIN GEDICHT.“

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SHRI MATAJI NIRMALA DEVI ERKLÄRTE, daß das Wirken der realisiert geborenen Seelen Kaiserin Maria Theresia und Wolfgang Amadeus Mozart der Grund für die spirituelle Reife von Österreich sind.

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Quellen:

SIGRID MARIA GRÖSSLING:“UM KRONE UND LIEBE“

FRANZ HERRE:“MARIA THERESIA-DIE GROßE HABSBURGERIN“

FRIEDRICH WEISSENSTEINER: „DIE TÖCHTER MARIA THERESIAS“ und „DIE SÖHNE MARIA THERESIAS“.

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Zitat von Shri Mataji Nirmala Devi :„As you know that it was a very great country and Austria was regarded as one of the motherly countries. You’ve been a very balanced country. You had Maria Theresa, as a very great, great queen, I think, and all this happened there, there was a Raja-Lakshmi there. But to get the Mahalakshmi Spirit, to bring it to the Mahalakshmi, seeking should start.“

Draupadi.

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