HALLO, LUKAS!

Im Herbst fiel mir ein Preisausschreiben in die Hände, bei dem ich gerne mitmachen wollte. Also füllte ich die Karte aus und ging zur Post. Als ich fertig war, kam mir die Mutter meines 1. Tageskindes entgegen. Sooo lange hatten wir uns schon nicht mehr getroffen!

Ich wartete, bis sie ihre Pakete aufgegeben hatte und dann schilderte sie mir:

  • Er ist 21 Jahre alt.
  • Er ist ca. 190 cm groß.
  • Er studiert in USA und ist momentan im Lande.
  • Er ist ein lieber Kerl geworden.
  • Er hat eine nette Freundin.

Ich gab ihr meine neue Telefonnummer , falls LUKAS mich besuchen möchte.  Am nächsten Tag rief sie an. Er freut sich, zu uns zu kommen. Wir vereinbarten ein Treffen am Tag darauf . Ich war gespannt….

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Anfang 1992 lernte ich eine Tagesmutter aus Salzburg bei einer Meditation in Perchtoldsdorf kennen. Sie erzählte mir, daß ihr Tageskind Lukas in den Bezirk Mödling übersiedelt. Sie betreute ihn schon als Baby und so war ihr wichtig, daß er wieder in gute Hände kommt.

Weil mein Jüngster schon ein Schulkind war, beschloß ich, die Betreuung zu übernehmen. So begann meine Tagesmuttertätigkeit, die ich 19 Jahre ausübte.

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Bevor Lukas kam, legte ich die Beweisfotos zurecht.

Als es an der Türe läutete und ich öffnete, stand ein fescher junger Mann vor mir. Ich hätte ihn nicht wiedererkannt. Nach der Begrüßung steuerte er gleich auf unseren Garten zu.

„Kannst du dich noch an Moritz erinnern?“ fragte ich. Und wie gerufen kam unsere griechische Landschildkröte aus ihrem regensicheren Versteck. Schnell holte ich eine Tomate und Lukas fütterte sie fasziniert.

Wir plauderten später und Lukas´s Mama meinte:“Der Beitrag, den du durch deine Tagesmuttertätigkeit für die Gesellschaft geleistet hast, ist immens. Ich will dir nicht schmeicheln, das ist die Wahrheit!“

Wir sprachen auch über Sahaja Yoga. Nikolas´s Mama meinte, sie möchte auch etwas in Richtung Meditation machen. Ich erklärte dann, das Großartige ist, daß man lernt, mit der inneren Energie, die nur will, daß es einem gut geht, umzugehen. Das Leben bekommt eine neue Dimension. Man ist immer länger gedankenfrei.

„Es ist so, wie beim Turmspringen, Lukas. Wenn Du da oben stehst und wegspringst, hast Du sicher auch keine Gedanken. Nichts von Vergangenheit oder Zukunft kann dich erreichen und quälen, Du bist einfach im JETZT! Und das tut so gut, das will ich nie mehr verlieren.

Draupadi.